Tätigkeitsbericht 2004

Der Tätigkeitsbericht gehört zur Jahreshauptversammlung wie  das Salz in die Suppe. Ein gemeinsamer Rückblick schließt sozusagen ein Arbeitsjahr erst richtig ab und lässt, so hoffe ich, zuversichtlich ins Nächste blicken. Im Folgenden will ich  nur auf einiges genauer eingehen, manches möchte ich nur kurz streifen.

Gleich im Jänner standen mehrere Verpflichtungen ins Haus. Im kirchlich religiösen Bereich war es die Sebastiansprozession in St. Lorenzen. Für unsere drei neuen Kameraden war der Auftritt sozusagen eine gelungene Premiere. Des Weiteren standen die Jahreshauptversammlung der Musikkapelle, der Schützenball in St. Andrä, Kontakte mit dem Bildungsausschuss der Gemeinde und nicht zuletzt die Bezirksversammlung auf dem Programm. Auch Gewehrexerzieren und Marschprobe durften nicht fehlen.

Im Februar waren natürlich die Feierlichkeiten im Gedenken an Andreas Hofer die wichtigste Verpflichtung. Der Tag war ausgefüllt mit  feierlicher Messe,  Gedenkfeier am Kriegerdenkmal, einem gemütlichen Umtrunk, dem gemeinsamen Mittagessen und der anschließenden Jahreshauptversammlung. Im Kreise auch mehrerer Ehrengäste konnten zahlreiche Kameraden, darunter drei Marketenderinnen als Anerkennung für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Georg Leimegger Schützenkompanie eine Ehrenurkunde entgegennehmen. Die Andreas Hofer Feier an sich wurde mit Marschprobe und Gewehrexerzieren gewissenhaft vorbereitet. Eine Woche später wohnte eine Abordnung der Andreas Hofer Feier und Jahreshauptversammlung der Michelsburger Schützenkompanie bei.

Anfang des Monats wurde in St. Lorenzen das Dorfschießen eröffnet. Nach kurzer Einführung durch unseren Schießbetreuer beteiligte sich neben den „alten Hasen“ auch unser eifriger Nachwuchs. In diesem Zusammenhang muss man die insgesamt rege Teilnahme aber auch die beachtlichen Ergebnisse lobend erwähnen. Schließlich wohnte eine Abordnung noch einem Vortragsabend der Anton Steger Kompanie bei.

Am 1. März führte der Weg nach Innsbruck zur Beerdigung der Frau Hofrat Dr. Viktoria Stadelmayr. Etwa 100 Schützen aus Südtirol erwiesen ihr die letzte Ehre. Kurz darauf war man wieder – allerdings in ganz anderer Angelegenheit im Ausland unterwegs. Auf Betreiben des Hauptmanns und des 2. Landesschützenmeisters und Oberschützenmeisters der Sportschützengilde St. Lorenzen Walter Thomaser konnten alle bürokratischen Hürden überwunden werden und so nach 15 Jahren doch der Pranger Stutzen sozusagen heim geholt werden. Ein Geschenk der Trochtelfinger Kameraden aus dem fernen Jahr 1990. Ende des Monats stand unser geschätzter Herr Pfarrer, P. Friedrich, im Rampenlicht. Sein runder Geburtstag war Anlass für ein gebührendes Ständchen im Kreise der ganzen Dorfgemeinschaft. Es war uns eine besondere Ehre, ihm mit einer Ehrensalve unsere Hochachtung auszudrücken. Schließlich gab es für eine 3 Mann Abordnung in der zweiten Monatshälfte noch ein Wiedersehen mit den Kameraden aus Trochtelfingen.

Im April konnte das Bemühen um die offizielle Übertragung des Pranger Stutzens an die Georg Leimegger Schützenkompanie erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Mai frönten denn auch sowohl die Jungschützen in einer eigenen Schießveranstaltung in Kaltern dieser Leidenschaft. Ebenso unsere erfahrenen Schützen beim Kaiserjägerschießen in Innsbruck. Dort gesellte sich auch unser Ehrenmitglied Siegfried Steger dazu, eine gute Gelegenheit die Freundschaft zu pflegen. Alle Hände voll zu tun gab es Mitte Mai. Die Vorbereitungen für den Kirchtag waren zu treffen, der Stand zu betreuen, daneben rückte eine Fahnenabordnung zur Heldengedenkfeier nah Ehrenburg aus. Anschließend lauschten sie noch dem Muttertagskonzert der Bauernkapelle Onach. Tags darauf rückte die Kompanie zur Gründungsfeier der Schützenkompanie Ehrenburg aus. Nach der Rückfahrt galt es erneut am Stand die Festung zu halten. Eine Woche später ging es für den Hauptmann in Gesellschaft eines Onacher und 3 St. Lorenzner Kameraden zu einer zwei Tages Veranstaltung nach Ehingen (D). Das Landestreffen der historischen Bürgerwehren gestaltete sich zu einem beeindruckenden Großereignis mit vielen prominenten Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Letzte Etappe im Mai war die Beerdigung des Kameraden Vinzenz Oberhofer aus St. Johann.

Im Juni reihten sich die Termine wiederum eng aneinander. Beim Landesschießen in Neustift leisteten Hermann und Hanskarl Aufsichtsdienst und nahmen parallel dazu auch sehr erfolgreich daran teil. Um Fronleichnam scheute eine  3 Mann Abordnung nicht den langen Weg nach Trochtelfingen. Bei dieser Gelegenheit wurden neue Kontakte geknüpft zur Schützengilde Recklinghausen. Wir werden sie heuer beim Freundschaftstreffen persönlich kennen lernen. Außerdem ließen sich unsere Vertreter gerne in die Handhabung des Pranger Stutzens einweisen. Zu Monatsmitte beging man in Onach feierlich das Fronleichnamsfest. Die Kompanie hat wesentlich zum Gelingen beigetragen, u. a. dass Statuen und Fahnen nach althergebrachter Tradition auch mitgetragen wurden. Ein gelungener Auftritt braucht auch seine Vorbereitung. Dafür gebührt allen Dank und Anerkennung. Am Herz Jesu Sonntag fiel die Prozession  buchstäblich ins Wasser, nichtsdestotrotz fühlen wir Schützen uns diesem Feiertag besonders verbunden. Dieses Mal lag die Verantwortung für Feuer und kulinarischen Teil bei uns Schützen. Heuer wird die Musikkapelle dafür sorgen. Ende des Monats gedachten wir mit einer Messe unseres Kameraden Sebastian Rungger. 10 Jahre sind es her, seit er von uns gegangen ist.

Anfang Juli folgte eine stattliche Abordnung der Einladung zur Fahnenweihe nach Prettau. Mitte Juli bot die Schützenkompanie Göflan für Jungschützen eine Woche lang ein reichhaltiges Programm. Georg und dessen Freund Daniel ließen sich das Angebot nicht entgehen und sind um eine wertvolle Erfahrung reicher. Neben Lagerfeuerstimmung, Orientierungslauf und Gewitter gab es auch einen geschichtlichen und naturkundlichen Einblick in die nähere Umgebung, insbesondere des Nationalparks Stilfser Joch. Den Begleitpersonen sei für die Unterstützung gedankt. Am 18. Juli rückte eine Fahnenabordnung  zur Margarethe Prozession in Montal aus. Zu Mittag war das traditionelle Knödelessen  auf der Wieser Alm angesetzt. Der darauf folgende Samstag war ausgefüllt mit Vorbereitungen für die Messe auf der Krawurst. Eine gelungene Veranstaltung läutete tags darauf den August ein. Viele fleißige Hände haben dazu beigetragen, dass auch ältere und schwächere Menschen den wunderschönen Aussichtspunkt erreichen konnten. Immer wieder erweist sich eine Alm als günstiger Ort um abseits vom alltäglichen Rummel die Seele baumeln zu lassen und Freundschaften zu pflegen. So haben sich alle, darunter auch die 15 Freunde, welche aus Trochtelfingen angereist waren, dort wohl gefühlt. Eine Woche später ging es für drei Mann zum Gesamttiroler Schützenfest nach Strassen. 52 Kompanien bzw. deren Abordnungen bewiesen einmal mehr, dass das Schützenwesen lebt. Die Anwesenheit zahlreicher Prominenz, darunter die Landeshauptleute aller drei Teile Tirols dürfen wir als anerkennende Geste werten. Mitte des Monats trat die Kompanie zur Maria Himmelfahrt Feier und Prozession an. Wie schon so oft, zeigten die Gewehrträger ihr Können mit einer perfekten General de Charge vor dem Evangelium. Am 28. August rückte eine drei Mann Abordnung zur Einweihung des wieder errichteten österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhofes in Innichen aus. Mit zahlreichen Vertretungen aus dem ganzen Land wohnte man der feierlichen Zeremonie bei und ließ den Tag anschließend bei einem Umtrunk gemütlich ausklingen.

Am 5. September lud die Schützenkompanie Anton Steger zum 20 jährigen Bestehen der Sebastianskapelle am Kronplatz. Auch dorthin folgte eine 5 Mann Vertretung. In Vorbereitung auf die Jubiläums Gedenkfeier (100 Jahre) in Klosterwald am 19. September schlossen sich unsere Gewehrträger mit dem Michelsburger Kameraden einige Male zum gemeinsamen Exerzieren zusammen. Liebhaber der Schießtradition nutzten die Gelegenheit, dass in diesen Tagen das Ernteschießen seinen Anfang nahm. Nachdem die Bergwanderung auf den Lagazuoi sprichwörtlich den Bach hinunter gegangen war, organisierte die Kompanieleitung am 26. Sept. für Mitglieder aber auch Freunde und Interessierte eine geführte Bergwanderung auf den Monte Piano. Ausgehend vom Dürensee erlebte die Gruppe hautnah die geschichtlichen Zeugen einer beeindruckenden Vergangenheit. Günther Obwegs, ein guter Kenner dieser Zeitepoche, informierte anschaulich über Kriegsgeschehnisse und Frontverlauf. Der Ausflug zu einem derartigen Ziel schärft den Blick für die Zeitgeschichte und hinterlässt wohl in jedem der es gesehen hat, bleibende Eindrücke.

Im Oktober standen drei kirchliche Fixpunkte auf dem Kalender: die Rosari Prozession in Montal, die Schützenwallfahrt nach Absam sowie die Erntedankmesse mit anschließender Prozession. Eine schöne Erntedankkrone sowie selbstgebackene Brote, welche man nach der Messe verteilte, waren passende Symbole zum Fest. Sportlich gesehen stand das Ernteschießen im Mittelpunkt. Mit vereinten Kräften konnte man immerhin den 4. Rang in der Vereinswertung erzielen neben einigen sehr guten Einzelergebnissen. Zudem leisteten unsere Mannen eine ganze Serie von Aufsichtsdiensten. Schließlich war Stegener Markt Zeit. Viele fleißige Hände haben mitgeholfen den Stand gewinnbringend zu führen. Auch wenn es wetterbedingt nicht der große Wurf war, können wir mit der Ausbeute zufrieden sein.

Kaum war der Marktstand aufgeräumt, stand Allerheiligen ins Haus. Trotz strömendem Regen traten einige Kameraden in Tracht zur Heldengedenkfeier in Onach an. Am späten Nachmittag ging es weiter zur Heldengedenkfeier im Brunecker Soldatenfriedhof. Wenige Tage später folgten Hauptmann und Oberleutnant der Einladung nach Sand in Taufers zum Vortragsabend sowie Buchvorstellung. Diese war eine der zahlreichen Veranstaltungen im Gedenken an die Südtirol Aktivisten Luis Amplatz und Sepp Kerschbaumer. Zumal sich heuer sein Todestag zum 40sten mal jährt, wurde die Gedenkfeier am 8. Dezember besonders feierlich begangen. Überaus viele Schützen aus allen Landesteilen erwiese ihm die Ehre. Am 12. Dezember lud die Kompanie zu einer höchst interessanten Reise in die Vergangenheit ein. In liebevoller Kleinarbeit haben einige Promotoren, allen voran Hermann und Alfred Leimegger, daneben einige andere Helfer, hunderte, ja tausende Fotos zusammen getragen und digitalisiert. Die zahlreich erschienenen vor allem älteren Menschen waren sichtlich gerührt,  erstaunt und erfreut über das umfangreiche Bildmaterial. Längst vergessen geglaubte Ereignisse erwachten in der Erinnerung zu neuem Glanz und so konnten auch einige Lücken im Wissen um so manche Einzelheiten geschlossen werden. Damit kann ein  Stück Heimatgeschichte der Nachwelt erhalten werden. Weil diese Initiative ein großer Erfolg war, wird man bei Gelegenheit einen zweiten Anteil in Angriff nehmen. Den letzten Auftritt in Tracht hatte eine Fahnenabordnung bei der Beerdigung eines Schützenkameraden aus Taisten. Für Schießbetreuer und Jungschützenbetreuer ging es zudem um die Klärung organisatorischer Fragen. Heilig Abend erfreute Hanskarl unser unterstützendes Mitglied Linda Trebo mit einem Besuch und einer kleinen Aufmerksamkeit im Namen der Kompanie. Damit war auch für die eifrigsten Mitglieder die Pflicht fürs Fahr 2004 erfüllt.

Insgesamt  können wir  mit Stolz auf eine überaus rege Tätigkeit zurückblicken.

Jedem Einzelnen danke ich für seinen Einsatz.

Schriftführerin

Monika Gatterer



Lehrwanderung auf den Monte Piano

Am 29.September 2004 organisierte die Schützenkompanie Onach für ihre Mitglieder, aber auch für alle Freunde und Interessierte eine geführte Bergwanderung auf den Monte Piano.

Dieser Berg war ein Angelpunkt der Tiroler Verteidigung im Ersten Weltkrieg und ist heute noch von vielen Stellungsresten aus diesem Krieg durchzogen. Unter fachkundiger Führung von Günther Obwegs von Aufhofen – begeisterter Kenner der Dolomitenfront – bestieg die Gruppe am frühen Morgen vom Dürensee aus den Berg.

Der Aufstieg ging über den alten, aus dem Krieg stammenden „Pioniersteig“. Nach 2 ½ Stunden erreichte die Gruppe das Toblacher Kreuz auf dem Gipfel des Monte Piano. Entlang des Weges erklärte Günther Obwegs mit einfachen Worten immer wieder den ehemaligen Frontverlauf und informierte die interessierte Gruppe über die Kriegsgeschehnisse  am Monte Piano. Besonders berührend war der Moment als die Gruppe auf halbem Weg einen in der Nähe des Steiges befindlichen – heute leider verfallenen und verlassenen! – kleinen Soldatenfriedhof erreichte. Hier liegen heute noch die menschlichen Reste einiger tapferer Tiroler Heimatverteidiger vergraben. Nur ein paar verfallene Holzkreuze weisen auf die Gräber der kleinen Ruhestätte hin.

Nach einer ausgiebigen Rast am Toblacher Kreuz und nachdem alle das herrliche Panorama der Dolomiten genossen hatten, zog die Gruppe über die Nordkuppe des Monte Piano entlang der heute noch gut sichtbaren Schützengräben und Stellungsreste hinunter zu Valle di Castrati. Dort besuchte ein Teil der Wanderer den über 300 Meter langen italienischen Minenstollen, der von den italienischen Stellungen am Rande der Valle di Castrati unter der Kuppe des Monte Piano bis zu den im Norden befindlichen ersten österreichischen Stellungen reicht.

Der Abstieg ging weiter über das Rienztal. Am späten Nachmittag erreichte die Gruppe müde, aber voller schöner Eindrücke und neuer Erfahrungen den Ausgangspunkt der Bergtour am Dürensee.