Tätigkeitsbericht 2003

Der Rückblick auf ein abgelaufenes Arbeitsjahr hat für jeden Verein wie auch Betrieb eine besondere Bedeutung und Wichtigkeit. Es ist erstaunlich aus wie vielen Einzelaktionen mit mal mehr und mal weniger Beteiligten, sich die so genannte Tätigkeit zu einem großen Ganzen zusammensetzt. Genauer betrachtet lassen sich vier große Schwerpunkte erkennen.

Die Arbeit im kirchlich religiösen Bereich
Das Bemühen um Erhalt von Kultur und Brauchtum
Fort – Weiterbildung
Profan – gesellschaftliche Kontakte und Beziehungen im engeren und weiteren Umfeld
In diesem Rückblick will ich mich auf die markantesten Initiativen des Jahres 2003 beziehen und dabei von der zeitlich chronologischen Abfolge zuweilen auch absehen.

Nun im Einzelnen:

Neben der Sebastiansprozession in St. Lorenzen, an welcher sich 9 Gewehrträger aus unserer Kompanie anschlossen, standen im Jänner zahlreiche organisatorische Verpflichtungen auf dem Programm. Zum einen die eigene Jahreshauptversammlung, zum anderen die Präsenz bei denselben anderer Vereine nicht nur im eigenen Dorf sondern auch auf Gemeinde- und Bezirksebene. Im Bereich der Weiterbildung stand ebenso ein Referat zur Toponomastik auf dem Aktionsplan.

Der Februar war geprägt von umfassenden Vorbereitungen auf die Andreas Hofer Feier. Dazu gehörten vier Exerziereinheiten bzw. eine Marschprobe. Der Andreas Hofer Gedenktag am 16. Februar wurde dann auch zu einem gewissen Meilenstein in unserer Geschichte. Nach beherztem Einsatz einiger Promotoren gelang es nämlich tatsächlich eine Gewehrträgergruppe heranzubilden und nach 80 jährigen politischen Verbot die erste Ehrensalve im Friedhof abzufeuern.  Auch Gäste aus der örtlichen Musikkapelle, der Bürgerwehr Trochtelfingen sowie der Michelsburger Schützenkompanie erwiesen uns die Ehre. Im Gegenzug begleitete der Hauptmann diese zur Andreas Hofer Feier in Meran. Nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ stellten sich Arnold und Alfred G. dem sportlichen Wettkampf beim Schi fahren – und sie kamen beide in Ziel. Ende des Monats erwies eine Fahnenabordnung dem Pfalzner Schützenkameraden Albin Bachmann das Geleit auf seinem letzten Weg.

Im März lud die Sportschützengilde in St. Lorenzen zum jährlichen Dorfschießen, des Weiteren zu ihrer  Jahreshauptversammlung. Seit Jahren pflegen einige aus den Reihen der Georg Leimegger Kompanie diese althergebrachte Tradition, – und mit Erfolg. Sowohl unsere Damen als auch Herren stellten ihre Zielgenauigkeit wieder einmal unter Beweis. Detail s. Anhang. Als Schießbetreuer hat unser Hauptmann auch Mitverantwortung übernommen für die Organisation rund um das Schießwesen auf Bezirks und Bundesebene. Diese Aufgabe verlangt viel Zeit und Einsatz bei den anstehenden Versammlungen. Die letztjährige Jahreshauptversammlung des Pustertaler Schützenbezirks fand in Mühlwald statt. An dieser Stelle durfte natürlich unsere Vertretung nicht fehlen. Mitte des Monats organisierte die Georg Leimegger Kompanie im Mehrzwecksaal des Ortes einen Diavortrag unter dem Titel „Die Feuernacht“. Interessant und anschaulich stellte Obwegs Günther die sozialpolitische Situation der 60er Jahre dar.

Am 9. April schloss sich eine drei Mann Abordnung den zahlreichen anderen Fahnenabordnungen des Schützenbundes an als man in Pfalzen den verstorbenen Kameraden Sebastian Berger zu Grabe trug. Am selben Abend fand das Dorfschießen in St. Lorenzen mit der Preisverteilung seinen krönenden Abschluss. Am 24. April schlossen sich vier Vertreter unserer Kompanie vielen Pustertaler Kameraden an um mit einem Fackelaufmarsch und einer Großkundgebung auf dem Waltherplatz in Bozen an die 80 Jahre Faschismus in Südtirol zu erinnern. Die Anwesenheit zahlreicher prominenter Politiker unterstrich die Bedeutung.

Nachdem Ende des Monats Herr Johann Gatterer, Vater unseres Oberleutnants, verstorben war, begleiteten ihn unsere Kameraden am 1. Mai neben einer großen Menschenmenge auf seinem Weg zur letzten Ruhe. Zwei Tage später stand die Bundesgeneralversammlung in Bozen auf der Tagesordnung. Am 4. Mai führte uns der Weg nach Ojes zum damals noch seligen P. Frenademetz. 40 Personen hatten sich der Wallfahrergruppe angeschlossen. Dank unseres Herrn Pfarrer konnten wir das im Anliegen um die kleine Julia gegebene Versprechen mit einer Dankesmesse einlösen. Nachdem der Hauptmann in einigen Überstunden sein Wissen im Gewehrexerzieren an mehrere Kameraden weitergegeben hatte, ging es für ihn am 17. des Monats zusammen mit Hanskarl und dem Michelsburger Hauptmann zum Kaiserjägerschießen nach Innsbruck. Von dort führte sie der Weg direkt nach Terenten zu einer Buchvorstellung durch Landesrat Hosp. Am umfangreichen Rahmenprogramm wirkten außerdem noch drei weitere Kameraden der Georg Leimegger Schützenkompanie mit. Wenige Tage später folgte eine weitere Buchvorstellung durch die Autoren u.a. Herrn Obwegs G. in Oberrasen. Am 24. Mai stellte der Hauptmann Hermann Liensberger beim Geburtstagsschießen in Lüsen mit einem Schuss ins Schwarze seine absolute Treffsicherheit unter Beweis und erwarb damit das Abzeichen des Meisterschützen. Abzeichen und Veranstaltung an sich waren Otto von Habsburg, dem Sohn des letzten österreichischen Kaisers, zu seinem 90. Geburtstag gewidmet. Im Rahmen eines großartigen Empfangs war dieses Schießen von seiner königlich kaiserlichen Hoheit am 11. Mai eröffnet worden. In Vorbereitung auf den anstehenden Kirchtag bemühten sich einige Kameraden um alle Notwendigkeiten. Bei herrlichem Wetter verliefen Kirchtag und Geschäft demnach am 25. Mai zur vollsten Zufriedenheit. Als unsere Mannen, Oberleutnant und Hauptmann, die Kompanie beim Pfingstschießen in Pichl/Gsies vertraten heimste letzterer ganz nebenbei einen weiteren ersten Rang ein. Mit der Teilnahme an einer wissenschaftlichen Tagung in der Cusanus Akademie fand die rege Tätigkeit unserer Kompanie im Monat Mai ihren Ausklang.

Rege Aktivität gab es in der folge auch in den kommenden Monaten. Die Vorbereitungen, sprich Gewehrexerzieren und Marschprobe, anlässlich des anstehenden Auftritts in Trochtelfingen nahmen die einen sehr, die anderen weniger, manche überhaupt nicht ernst. Ich überlasse es einem anderen den Betreffenden ins Gewissen zu reden. Fahrt und die zwei Tage Aufenthalt in Trochtelfingen, 14. u. 15.06., verliefen durchwegs angenehm. Die große Truppe aus Onach, bestehend u.a. aus der Bauernkapelle Onach wurde in Trochtelfingen ausgesprochen freundschaftlich aufgenommen und genossen prominente Gesellschaft aus der dortigen Politik und Kultur. Der Austausch symbolträchtiger Präsente vertieft die Beziehung und unterstreicht die gegenseitige Hochachtung. Am 22. Juni feierte man in Onach in aller Form und Würde die Fronleichnamsprozession. Unsere erste General de Charge beim Evangelium wurde zur gelungenen Premiere. Gerade bei Prozessionen übernehmen Mitglieder der Schützenkompanie zahlreiche verantwortungsvolle Aufgaben, so das Tragen der Herz Jesu Statue, ebenso die Mädchen – oft auch Männerfahne. Eine Woche später bei der Herz Jesu Feier trat die Georg Leimegger Schützenkompanie vollzählig an. Auch dieses Mal widmete man dem Evangelium eine exzellente Ehrensalve und konnte auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken. Zum Ausklang des Tages haben viele Schützen die Einladung der Bauernkapelle zum gemeinsamen Entfachen des Herz Jesu Feuers angenommen. Beim Landesschießen in Tirol Ende Juni konnte unser Hauptmann gleich zwei Ehrentitel nach Hause nehmen, - den des Meisterschützen und den Siegertitel seiner Kategorie.

Nun zur zweiten Halbzeit!

Nachdem Anfang Juli die neu gegründete Ehrenburger SK. bzw. in Gründung befindliche Kompanie von Cortina offiziell vorgestellt und formal dem Bezirk Pustertal zugeordnet waren, ging es an die Umsetzung weiterer Initiativen. Da waren die Jungschützen zum Zeltlager ins Unterland geladen im Rahmen dessen auch viel Lehrreiches angeboten wurde. Parallel zum Ausklang desselben waren unsere Vertreter in Sand in Taufers anlässlich der Feier zum 300 jährigen Bestand der Sturmfahne geladen, zugleich rückte eine Fahnenabordnung zur Margarethe Prozession nach Montal aus. Nachdem am Jakobitag die Prozession im Dorf nicht mehr stattfindet, konnte man nach einigen Verschiebungen endlich die seit langem ins Auge gefasste Bergtour auf den Col di Lana verwirklichen. Abgesehen vom Bergerlebnis an sich werden die beeindruckenden Zeugen der Vergangenheit sowie der geschichtliche Hintergrund, dargestellt vom Begleiter Obwegs Günther, allen Teilnehmern gut in Erinnerung bleiben.

Im August stand vor allem Geselliges auf dem Plan – nachdem der Friedhofszaun einen frischen Anstrich bekommen hatte. Das gemütliche Knödelessen auf der Wieser Alm, die Messe beim Onacher Wetterkreuz wo auch unsere Trochtelfinger Freunde mit von der Partie waren. Schließlich der Höhepunkt beim Aufstellen des Wetterkreuzes auf der Obermair Bergwiese, der sog. Krawurst, einem wunderbaren Aussichtspunkt über den Brunecker Talkessel. Zum Zustandekommen dieses 9m hohen Wetterkreuzes haben viele Hände beigetragen. Allen die mit ihrer offenen Hand und Großzügigkeit sowie all jenen, die mit ihrer Hände Arbeit zum Gelingen des Werkes beigetragen haben, sei an dieser Stelle aufrichtig gedankt. Nicht zuletzt unserem Herrn Pfarrer, welcher Mitte September die Einweihung vornahm. Möge das Symbol zur Ehre Gottes da stehen und Land und Leute vor Unwetter schützen.

Im September standen die Heldengedenkfeier im Klosterwald sowie die Messfeier in der Sebastianskapelle am Kronplatz an. Die Anwesenheit zahlreicher Abordnungen verschiedener Verbände und Organisationen, auch politischer Vertreter unterstreicht die Bedeutung und Wertschätzung derartiger Veranstaltungen. – Ganz nach dem Motto: Die Geschichte nicht vergessen – aus der Geschichte lernen. Für die Teilnehmer am Brixner Bezirksschießen klang der September schließlich mit einem beachtlichen Gesamterfolg aus.

Für die Teilnehmer des Ernteschießens in St. Lorenzen wurde schließlich im Oktober abgerechnet. Der Erfolg kann sich sehen lassen und ist in seinen Details im Anhang nachzulesen. Ebenso über das Bezirksschießen im St. Lorenzner Schießstand.

Mitte Oktober verstarb nach längerer Krankheit Franz Rein, Kamerad der Trochtelfinger Bürgerwehr. Am 19. Oktober rückte die Georg Leimegger Kompanie zur Erntedank Prozession aus. Wiederum übernahmen unsere Mannen verschiedene Trägeraufgaben. In Zusammenarbeit mit der SK Anton Steger haben wir wiederum am Stegener Markt den Stand gemeinsam geführt. Unser Einsatz hat sich geloht.

Den November läutete die Heldengedenkfeier am Onacher Kriegerdenkmal ein. Nach geleistetem Dienst beim Bezirkschießen in St. Lorenzen, ging es für eine Fahnenabordnung am 22. d. M. für zwei Tage nach Telfs in Nordtirol. Es war für uns eine Ehre in diesen ausgewählten Kreis geladen zu sein. Entsprechend anspruchvoll und umfangreich war das gesamte Programm.

Nun Themenwechsel: Nachwuchs! Wie kriegt man Nachwuchs? – manche von euch werden es wissen! Ich meine natürlich Nachwuchs in der Schützenkompanie. Dieses Jahr scheint ein gutes zu werden. Gleich mehrere junge Leute haben sich nämlich seit längerer Zeit mit dem Gedanken getragen sich der Schützenkompanie anzuschließen. Darüber freuen wir uns sehr. Es sind dies: Hubert und Erich Gatterer, Martin Agreiter und Heidi Ebner. In einem eingehenden Seminar, organisiert von der Jugendleitung des SSB, haben sie das Wesen, Rechte und Pflichten eines aktiven Schützen bereits kennen gelernt. Auch der praktischen Ausbildung, sprich Marschieren und Gewehrexerzieren, widmete man bereits große Aufmerksamkeit und gar einige Trainingseinheiten.

Abschließend noch der Dezember im Zeitraffer: Die Sepp Kerschbaumer Gedenkfeier in St. Pauls am 8. d. M. erweckte heuer ganz besonderes Interesse in Presse und Öffentlichkeit. Unter den 2000 Schützen fanden sich auch unsere Vertreter. Um die Weihnachtszeit setzte man mit einer Aufmerksamkeit Linda Trebo gegenüber ein kleines Zeichen der Solidarität. Im Rahmen mehrerer organisatorischer Treffen wurde in den letzten Tagen des Jahres schließlich noch allerhand Bürokratisches erledigt, damit wir sozusagen unbelastet ins neue Jahr 2004 starten konnten.

Damit das noch junge Jahr aus unserer Sicht gelingt, bedarf es der Mithilfe aller. Darum ersuche ich anlässlich unserer Jahreshauptversammlung jeden hier anwesenden – Marketenderinnen und Schützen – unterstützendes Mitglied oder Verantwortlichen eines anderen Vereines, mit viel Einsatz und gutem Willen seinen Beitrag zu leisten. Ich will es auch nicht versäumen, euer bisheriges Bemühen gebührend zu würdigen. Vergelts Gott!

Jänner 2004

Schriftführerin

Monika Gatterer



Erlebte Geschichte am Gipfel des Col di Lana

Der Col di Lana gehörte zu den härtest umkämpften Bergen der Dolomitenfront.

Am 17. April 1916 wurde die Gipfelstellung der Tiroler Landesverteidiger von den italienischen Angreifern mit einem gewagten Mienenunternehmen in die Luft gesprengt. Der Kampf um diesen Gipfel kostete beiden Seiten tausende von Toten. Besonders hoch waren die Verluste der Tiroler Einheiten die in diesem Kampfabschnitt eingesetzt waren.

Am 27. Juli 2003 lud die Schützenkompanie Georg Leimegger Onach gemeinsam mit der Bezirksmarketenderinnenbetreuerin Pauline Leimegger alle Marketenderinnen des Bezirkes Pustertal, Schützen und Freunde zu einer Bergtour auf den Gipfel des Col di Lana.

Am frühen Morgen startete die Gruppe vom Valparola Pass in Richtung des Col di Lana und erreichte bei herrlichem Wetter gegen Mittag den Gipfel. Während des Aufstieges erläuterte Günther Obwegs – Buchautor und Dolomitenkriegsexperte – die Geschehnisse und die Geschichte, auf dessen Spuren man entlang des Weges immer wieder traf. Heute mahnen noch verfallene Schützengräben, dunkle Stollen, rostiger Stacheldraht den Wanderer der diese Gegend durchstreift. Alle Teilnehmer waren von den Berichten über den Krieg, über das Leid und die Not, welche sich vor fast hundert Jahren in dieser herrlichen Bergwelt abspielte zutiefst beeindruckt. Im gemeinsamen Gespräch wurde auch immer wieder festgestellt, dass so mancher Großvater genau auf diesem Berg gekämpft oder gefallen ist.

Alle Teilnehmer haben von diesem Tag nicht nur die Erinnerung an eine schöne Bergtour mit nach Hause genommen, sondern auch das Bewusstsein und den Respekt vor dem selbstlosen Einsatz der Tiroler Landesverteidiger an der Dolomitenfront. Als damals die Heimat in Not war, waren alle Tiroler bereit sie zu verteidigen!