Tätigkeitsbericht 2001

Zum 12. Mal findet sich heuer die Georg Leimegger Kompanie zur Jahreshauptversammlung ein. Seit ihrer Gründung ist viel Wasser den Bach hinuntergeflossen, der Zahn der Zeit hat auch an unserem Gruppengeist beim einen mehr, beim anderen weniger genagt und seine Spuren hinterlassen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass alles einem unentwegten Wandel unterliegt und es überall Höhen und Tiefen zu überwinden gibt.

Im Verlauf der letzten Jahre hat sich auch bei uns eine so genannte Flaute eingeschlichen, das Gefühl der Gleichgültigkeit hat sich breitgemacht. Wir müssen uns bewusst sein, dass eine solche Situation über längere Zeit nicht tragbar ist. Die gesamte Verantwortung lastet unter solchen Umständen auf einigen wenigen Personen. Das Gefühl, die Leute nicht hinter sich zu haben, macht auf Dauer mürbe. Der Rückblick auf das abgelaufene Jahr wird aufzeigen wie viele Aktionen landesweit und darüber hinaus mitgetragen wurden, sei es kulturell, profaner oder kirchlicher Natur. Jeder weiß für sich, welchen Anteil davon er mitgetragen hat.

Nun zum Rückblick an sich:

Zumal sich seit längerem Gewitterwolken zusammengebraut hatten, traf sich der Ausschuß in den ersten Jännertagen zu einem klärenden Gespräch. Wenige Tage später erreichte uns die Nachricht vom Tod des Bundesehrenmajors Paul Knapp aus St. Lorenzen. In ehrendem Gedenken reihte sich auch unsere Fahne in die Zeile vieler anderen.

Für die Marketenderinnen stand am 13. des Monats eine Fortbildungsveranstaltung in der Cusanus Akademie in Brixen an. Vier an der Zahl fuhren zum Schützenball nach Lüsen und begleiteten unsere Schützenkameraden am 21. Januar bei der Sebastianprozession in St. Lorenzen. Besonders erwähnenswert und erfreulich ist, dass im Januar ein lang gehegter Wunsch unserer Kompanie endlich realisiert werden konnte – das eigene Schützenlokal.

Einige Kameraden hatten es liebenswert eingerichtet, ein Dank an jene, die Einrichtungsgegenstände zur Verfügung gestellt haben. Am 25 Januar tagte der Ausschuß somit zum ersten Mal in den eigenen vier Wänden.

Traditionell stellt im Februar die Andreas Hofer den wichtigsten Termin dar. Wir freuen uns, dass wiederum eine Fahnenabordnung der Bürgerwehr Trochtelfingen und eine starke Abordnung der Michelsburger Schützenkompanie uns die Ehre erwiesen haben. Nach dem kirchlichen Teil luden die Marketenderinnen zum Umtrunk. Die Initiative fand Zustimmung bei der Bevölkerung und ließ die Menschen innehalten zu einem kleinen Gespräch. Es folgte anschließend die Jahreshauptversammlung.

Im März standen zu einem die Gedenkfeier des Bruder Wilram in Innsbruck, zum anderen die Bezirksjahreshauptversammlung in Sexten auf dem Programm. Bei der Fahrt in den nördlichen Teil Tirols schlossen sich drei Mann dem Bezirk Pustertal an.

An April legten einige Kameraden Hand an der Anschlagetafel auf dem Kirchplatz an, verpassten ihr Schliff und Anstrich und setzten so ein kleines Zeichen für die Allgemeinheit. Anlässlich der am 29. April bevorstehenden Bundesgeneralversammlung fanden sich einige unserer Vertreter zur außerordentlichen Bezirksversammlung in St. Lorenzen ein. Aus der Neuwahl ging der im Schützenbüro tätige und in Schützenkreisen allseits bekannte Paul Bacher aus Bozen als Landeskommandant und Sepp Gruber aus Leifers als Bundesmajor hervor.

Der Mai stand ganz im Zeichen der Jungschützen und Marketenderinnen. Der Firmfeier des Jungschützen Georg Leimegger folgte Ende des Monats das 8. Jungschützentreffen in Glurns. Pauline begleitete die Jungschützengruppe dorthin. Zum ersten Mal wurde in Onach eine Marketenderinnentagung abgehalten. Fünf Damen aus unseren Reihen repräsentierten die Georg Leimegger Kompanie.

Anfang Juni leisteten drei Mann bzw. Frau Aufsichtsdienst beim Landesschießen in Brixen. Faltn. Hermann Liensberger konnte bei dieser Gelegenheit das Landesschießabzeichen in Silber erreichen. Kurz vor Fronleichnam beteiligten sich die meisten Kameraden und Marketenderinnen an der Marschprobe. Anschließend wurden zwei Fahnenstangen oberhalb des Friedhofs aufgestellt. Dem Spender Alfred Leimegger ein Dankeschön. Am 17. Juni gestaltete die Kompanie die Fronleichnamfeier und Prozession würdig mit. Als Träger der Marienstatue, der Statue des Herzen Jesu sowie der beiden großen Kirchenfahnen leisteten sie einen wertvollen Beitrag. Ebenso aktiv präsentierte sich die Kompanie eine Woche später bei der Herz- Jesu Feier. Wenige Tage vorher hatten sieben Mann als Abordnung und Sargträger den Herrn Johann Agreiter in den Ortsfriedhof geleitet.

Für eine drei Mann Abordnung war die Margarethe Prozession in Montal am 15. Juli der nächste Auftritt. Eine Verpflichtung anderer Art war die anstehende Bezirksversammlung in St. Lorenzen an welcher uns wie so oft Markus und Hanskarl vertraten.

Zur Jakobi Feier und Prozession in Onach fanden sich letztes Jahr 20 Schützen in Tracht ein. Ausklingen ließ man den Juli gesellig bei einer Knödelpartie auf der Wieser Alm. 19 Schützen und Marketenderinnen verbrachten einen unterhaltsamen Tag bei strahlend blauem Himmel hoch oben auf der Alm. Wir freuen uns, dass sich auch Linda dazugesellt hat.

Anlässlich des Bataillonschützenfestes des Pustertaler Oberlandes in Kartitsch rückte am 11. August eine 6 Mann starke Abordnung aus.

Im September reihten sich die Termine eng aneinander. Den Einstieg bildete die Bergmesse auf dem Kronplatz. Am 8. bzw. 22 September marschierten zahlreiche Kameraden in Tracht auf, galt es doch, zwei frisch vermählten Paaren die Ehre zu erweisen. Die schöne Tradition des Spaliers galt dem Sepp und der Annelies in Wengen, dem Klaus und der Sigrid hier im Dorf. Blumen und ein Kruzifix werden sie an die guten Wünsche von uns allen auf dem gemeinsamen Lebensweg erinnern. In Vorbereitung auf die im 16. September anberaumte Kriegergedenkfeier im Klosterwald nahmen Hermann und Hanskarl am Gewehrexerzierkurs in St. Lorenzen teil. Dabei wurde ihnen beiden die Ehre zuteil, bei der geplanten Ehrensalve im Klosterwald mit zu schießen. Mit 14 Mann war die Georg Leimegger Kompanie an der Gedenkfeier dann vertreten. Wegen strömendem Regen fiel eine der beide geplanten Ehrensalven förmlich ins Wasser. Umso einzigartiger empfand man die gelungene Salve nach dem Evangelium. Ende des Monats fand sich der Ausschuss noch mal zu einer Sitzung im Schützenlokal ein.

Viel Arbeit brachte der Monat Oktober. Zum einen standen einige kirchliche Veranstaltungen an, darunter die Rosari Prozession in Montal, sonntags darauf die letzte Prozession im Dorf – Erntedank. Am selben Tag fand die Preisverteilung des Ernteschießens statt. Mit nur zwei aktiven Teilnehmern, Hermann und Pauline, war die Mannschaft aus Onach schwach vertreten, beim Dienst der Standaufsicht ließen sich unsere Kameraden jedoch nicht lumpen und traten gleich zu fünfzehnt an. Noch ehe die Vorbereitungen zum Stegener Markt anliefen, wurde das Grabkreuz des Pfarrers Papst, welches im Auftrag der Georg Leimegger Kompanie renoviert worden war, wieder an Ort und Stelle aufgerichtet. Ab dem 24. Oktober stand die Geschäftigkeit dann ganz im Zeichen des Stegener Marktes. Die gemeinsame Führung des Verpflegungstandes mit der Anton Steger Kompanie verpflichtete zur Mithilfe in der Vorbereitungsphase und natürlich auch im hektischen Treiben des Marktes. Viele Hände machen der Arbeit ein Ende – ganz in diesem Sinne waren alle mit dabei und halfen mit, dass die Aktion auch für uns zum Erfolg wurde.

Geschäftigem Treiben und fröhlicher Stimmung macht der Anbruch des November ein Ende. Drei Stationen sind für uns seit langem Orte des Gedenkens an die Verstorbenen. Der Ortsfriedhof, der Soldatenfriedhof in Bruneck und Toblach – Nasswand. Beiderorts, in Bruneck und Toblach, wurden bei der letztjährigen Gedenkfeier nach je 80jähriger Pause eine Salve zu Ehren der Gefallenen geschossen. Ende November nutzten zwei unserer Leute mit weiteren Kameraden des Bezirks die Gelegenheit zur Weiterbildung auf dem Gebiet der Rethorik.

Kirchlicher Fixpunkt im Dezember war natürlich die Sepp Kerschbaumer Gedenkfeier in St. Pauls. Mit über Tausend anwesenden Schützen etabliert sich diese Veranstaltung zu einer der bedeutendsten im Lande. Bei der zweiten außerordentlichen Bezirksversammlung in St. Lorenzen Mitte September lernten unsere zahlreich erschienenen Vertreter den neuen geistigen Beistand des Südtiroler Schützenbundes, Landeskurat Dir. Dr. Paul Rainer, kennen. Schließlich trafen sich die Schießbetreuer ein letztes Mal zur Versammlung im Schützenlokal von St. Lorenzen. Mit einem kurzen Besuch um Weihnachten zollen unser Hauptmann und Oberleutnant der Linda nochmals ihre Anerkennung.

Damit bin ich mit meinem Rückblick am Ende, fast am Ende. Ich will nicht vergessen jedem Einzelnen zu danken für seinen Beitrag, den er im Laufe des Jahres erbracht hat. Es ist mir bewusst, dass ein Bericht niemals alle Dinge erfassen kann, viel Arbeit wird erbracht, ohne dass sie jemals öffentlich erwähnt und gewürdigt wird. Darum noch mal: Allen ein aufrichtiges Vergelts Gott.

Schriftführerin

Monika Gatterer