Tätigkeitsbericht 2000

Unaufhaltsam dreht sich das Rad der Zeit und sei es dahingestellt, ob wir heute im Rahmen dieser Jahreshauptversammlung auf den Einstieg ins dritte Jahrtausend zurückblicken oder wie einige besondere Rechner erst das alte Jahrtausend endgültig abschließen.

In gewohnter Weise will ich die wichtigsten Etappen der Georg Leimegger Kompanie in einer kurzen Zusammenfassung in Erinnerung rufen.

Der Einstieg ins Arbeitsjahr erfolgte auf zwei Ebenen, auf der religiösen Schiene war es die Sebastiansprozession in St. Lorenzen. In diesem Zusammenhang kommen die kameradschaftlichen Beziehungen beider Kompanien jedes Jahr neu zum Ausdruck. Von profaner Natur war hingegen die Demonstration des Südtiroler Schützenbundes in der Toponomastikfrage, der sich auch einige aus unseren Reihen angeschlossen haben. Auf Anregung der Musikkapelle übernahm die Kompanie die Ausrichtung des Dorfrodelrennens und so waren die letzten Jännerwochen auch geprägt von reger Sammlertätigkeit. Die Veranstaltung Anfang Februar verlief reibungslos und wurde insgesamt als Bereicherung für das Dorf empfunden. Traditionsgemäß reihen sich im Februar mehrere Heldengedenkfeiern aneinander. Besonders beeindruckend gestaltete sich letztjährlich die Feier in Mantua durch die rege Beteiligung aus dem ganzen Tiroler Raum, nicht zuletzt die Freunde aus Trochtelfingen, sämtliche Majore aus Ost- und Südtirol und des Nordtiroler Landeshauptmanns Wendelin Weingartner. Tags darauf würdigte die Georg Leimegger Kompanie hier im Dorf im Rahmen einer schlichten Gedenkfeier die Gefallenen. Ein kleiner Umtrunk für die Dorfgemeinschaft bot Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Wie gewohnt hielten die Michelsburger Schützenkompanie und wir die Jahreshauptversammlung ebenfalls in dieser Zeitspanne ab. So wie heuer beehrten wir uns mit je eine teilnehmende Abordnung.

Vor kurzem jährte sich zum ersten Mal der Todestag des Kaiserschützen Siegfried Leimegger. Zu dessen Beerdigung war eine Abordnung nach Giesingen gefahren.

Den März läutete schließlich das Dorfschießen von St. Lorenzen ein. Unsere Schießfreunde maßen sich in mehreren Etappen während des Monats in dieser Kunst. Auch am Jungschützenschießen in Pich Gsies nahmen zwei unserer Jungschützen recht erfolgreich teil. In Zusammenarbeit mehrerer Kompanien aus dem Pustertal lief im März ein Gewehrexerzierkurs, später noch ein Säbelexerzierkurs an. Auch fünf Leute aus dieser Runde, der Hauptmann Markus L., Hanskarl und Arnold Gatterer, Eduard Agreiter und Hermann Liensberger nahmen daran teil. Die Ausbildung umfasste acht Einheiten und dauerte bis in den Mai hinein. Aus ihren Reihen konnte eine 12 Mann Abordnung aus dem Pustertal, darunter Hanskarl und Hermann an der Ehrenformation in Innsbruck teilnehmen.

Im Rahmen von mehreren Bildungsveranstaltungen ließ sich unser Hauptmann und Oberleutnant im Säbelexerzieren unterrichten. Bei der Bezirksjahreshauptversammlung gab es einige Tumulte wegen des Rücktritts von Major Josef Trebo. In der Folge wurden Anfang April unsere Vertreter zu einer außerordentlichen Bezirksversammlung mit Neuwahlen gerufen. Mit der Bundesgeneralversammlung in Bozen und einem weiteren Treffen auf Bezirksebene häuften sich die Verpflichtungen. Schließlich scheute eine 8 Mann Truppe den weiten Weg zur Toponomastik Großveranstaltung nach Meran nicht.

Unsere Fahne gab mit vielen anderen Schützen des Pustertales dem verstorbenen Nikolaus Tojer in Innichen das letzte Geleit. Der April klang mit der Wiedergründung einer Schützenkompanie im Welschtirol feierlich aus. Auch dorthin fuhr eine Fahnenabordnung.

Die anstehende Festlichkeiten und Ausrückungen vor Augen, fanden sich im Verlauf des Mai zwei Mal bald mehr bald weniger Schützen zur Marschprobe ein. In Vorbereitung auf die Festveranstaltung „50 Jahre Bund der Tiroler Schützenkompanien“ absolvierten Hanskarl Gatterer und Hermann Liensberger im Wiltener Schützenheim bei Innsbruck mit den 10 weiteren Pusterer Kameraden die zwei Durchgänge des Gewehrexerzierkurses der Südtiroler Bundesehrenformation. Am 28. Mai fand schließlich auf dem Areal der Hofburg die Veranstaltung mit Ansprachen höchster politischer Vertreter statt. Höhepunkt dabei war für viele Anwesende der Abschuss einer Ehrensalve. Nach einer weiteren Marschprobe für die Allgemeinheit hatte die Repräsentanten Hanskarl, Hermann und Pauline am 24. Juni einen weiteren großen Auftritt, der Uraufführung des großen Tiroler Zapfenstreiches in Bozen. Das Rahmenprogramm dieses Tages bot beeindruckende Festmusik, gemeinsam gespielt von drei Musikkapellen, darunter die Premiere der Partitur „der Tiroler Zapfenstreich“. Als Mitglieder der Ehrenformation erhielten unser Obltn. Hanskarl und Faltn. Hermann den Berechtigungsausweis zum Tragen des Gewehres. Diesem 24. Juni kann man wahrlich das Prädikat denkwürdig und historisch wichtig zuordnen, zumal die Südtiroler Schützen bei der abendlichen Zeremonie das Erste Mal seit dem ersten Weltkrieg mit Waffen aufmarschierten und eine Salve abfeuern konnten. Die Anwesenheit hoher Vertreter aus dem ganzen Tiroler Raum, natürlich auch die symbolischen Gastgeschenke verliehen der Veranstaltung besondere Bedeutung. Tags darauf beging man hier im Dorf das Fronleichnamfest wieder feierlich mit Messfeier und Prozession. An diesem 25. Mai gab es kompanieintern noch zwei Premieren zu feiern. Zum einen ist Waltraud Molling offiziell der Georg Leimegger Kompanie beigetreten und rückte das erste Mal aus. Wir freuen uns darüber und heißen sie hiermit herzlich willkommen. Zum anderen trat damals der Hauptmann das erste Mal mit Säbel an.

Mehrere religiöse Festlichkeiten reihten sich Juni, Juli aneinander. Einleitend der Herz- Jesu Sonntag, wo unser bewährter Schießmeister Paul Gatterer mit Böllerschüssen die Tradition wachhielt. Zehn Tage später rückte eine Abordnung zur Margarethe Prozession in Montal aus. Am selben 16. Juli folgte der Großteil der Kompaniemitglieder noch der Einladung zur Knödelpartie auf die Wieser Alm. Eine Woche später stand die Jakobi Feier auf dem Programm. In Zusammenarbeit der Anton Steger Kompanie, Michelsburger und Georg Leimegger Schützenkompanie fand der Säbelexerzierkurs in St. Lorenzen mit mehreren Treffen eine Fortsetzung und Vertiefung. Vertreter unserer Kompanie nahmen weiter an der Buchvorstellung „Zur Geschichte und Sprachgeographie des Pustertales“ in Sonnenburg teil, beziehungsweise gingen den Brunecker Kameraden bei deren Schützenfest zur Hand. Nach vielseitiger Vorbereitung zeigte sich unser kleines Heimatdorf am Hoch unser Frauen Tag in besonderer Feststimmung. Der Festtag an sich bot einen schönen Rahmen für das anstehende runde Jubiläum (40 Jahre Priester) unseres Herrn Pfarrers. In diesem Zusammenhang betone ich nochmals unsere Wertschätzung dem Pater Friedrich gegenüber, spreche Dank aus für seinen unermüdlichen Einsatz und die gute Zusammenarbeit mit uns Schützen.

Die nächste Station bilden zwei Auftritte in Olang. Einmal die Gedenkfeier an Peter Sigmair, weiters das Bezirksschützenfest. Beidesmal wurden Ehrensalven abgefeuert. Wie bereits bei anderen Gelegenheiten unterstützen unsere Leute den Vertrieb von Lektüre der Landesausstellung durch ihre unentgeltliche Mithilfe. Gewohnter Termin Anfang September war die Gipfelmesse in der Sebastianskapelle am Kronplatz, wie immer würdig gestaltet von unserem Herrn Pfarrer Friedrich. Das anschließende gemütliche Beisammensein im Brunecker Haus tat Leib und Seele gut. Der September klang aus mit einer beeindruckenden Heldengedenkfeier im Klosterwald. Die wichtigsten Termine im Oktober waren die Rosari Prozession in Montal und Erntedankfeier im Dorf. Im Bereich Schießwesen war es der Abschluß des Ernteschießens und das Bezirkschießen in St. Lorenzen.

Schließlich waren einige Damen und Herren beim Stegener Markt nicht nur zu Gast sondern erwirtschafteten sozusagen einen wichtigen Groschen für unseren Verein. An Allerheiligsten gedachte je eine Abordnung in Onach und am Soldatenfriedhof in Bruneck der Gefallenen mit einer schlichten Feier und Kranzniederlegung. Für einige stand am 8. Dezember die Gedenkfeier in St. Pauls auf dem Programm, ein letztes Mal waren unsere rührigen Stellvertreter Mitte Dezember mit zahlreichen Schützen aus allen Teilen Tirols und Bayerns unterwegs, als der Erzbischof von Trient zur Pontifikalmesse in den Dom lud.

Im Rückblick auf die vielfältigen Aktivitäten mögen dem einen oder anderen viele Stationen fremd in den Ohren klingen. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, dass ein Verein einen Kern von äußerst motivierten Mitarbeitern hat, die als tragende Säule sozusagen die viele Arbeit im Hintergrund leisten. Wer unsere tragenden Pfeiler sind weiß jeder und ich habe es bewusst vermieden, sie wiederholt namentlich zu nennen. Ich bin mir auch bewusst, dass in diesem Bericht bei weitem nicht jeder Einsatz Erwähnung fand. Darum schließe ich mit Anerkennung und einem herzlichen Vergeltsgott für den Beitrag jedes Einzelnen in dieser Runde.

Schriftführerin

Monika Gatterer