Taetigkeitsbericht 1997

Heute am Andreas Hofer Tag schließen wir mit dieser Jahreshauptversammlung das Arbeitsjahr 1997 offiziell ab. Es ist auch Gelegenheit, in einem kurzen Rückblick die jüngere Vergangenheit Revue passieren zu lassen.

Die Georg Leimegger Kompanie war wiederum bemüht, ihre Aufgaben in den verschiedenen Bereichen wahrzunehmen. Mein Tätigkeitsbericht ist diesmal nach Schwerpunkten ausgerichtet. Dazu gehören:

Sakrale Veranstaltungen;

Zusammenarbeit mit anderen Kompanien bzw. grenzüberschreitende Aktionen;

Gesellschaftliche und außertourliche Veranstaltungen;

Organisation und Fortbildung;

Erhaltung und Erneuerung von Tradition und Volkskunst;

Schießwesen;

Nun zu den Details!

Den Reigen der Tätigkeiten eröffnete auch diesmal die Sebastians Prozession in St. Lorenzen am 26. Januar. Mit unserer Präsenz drücken wir die Wertschätzung dieser Veranstaltung gegenüber aus und wollen zugleich die langjährigen kameradschaftlichen Beziehungen zur Michelsburger Schützenkompanie vertiefen. Diesmal bestand unsere Vertretung aus einem Dutzend Schützen.

Eine besondere Bedeutung hat für uns natürlich der Gedenktag an Andreas Hofer und alle Gefallenen unserer Heimat. Unserem Herrn Pfarrer P. Friedrich gelingt es jedes Mal neu, mit passenden Worten die Teilnehmenden zu sensibilisieren. Auch die musikalische Umrahmung gibt der Veranstaltung eine besondere Note, nicht zuletzt unterstreicht die Anwesenheit unserer Freunde aus Trochtelfingen sowie der Kameraden aus St. Lorenzen die Bedeutung des Tages.

Im vergangenen Jahr begleiteten einige aus unseren Reihen die Gäste aus Trochtelfingen am Nachmittag zur Andreas Hofer Gedenkfeier nach Meran.

Am Fronleichnamfest im Dorf rückte die Kompanie selbstverständlich auch aus. Obwohl die Prozession schlussendlich ins Wasser fiel, war es ein würdig gestalteter Festtag.

Dieselbe Situation ergab sich am Herz- Jesu Sonntag. Mehr als 30 Schützen in Tracht gaben der Feier einen besonderen Akzent. Wegen Schlechtwetters war eine Prozession unmöglich. Einen Höhepunkt der kirchlichen Veranstaltungen bildete zweifellos der Hoch unser Frauentag. Diesmal meinte es auch der Wettergott gut mit der Pfarrgemeinde und so zog nach der Hl. Messe die gewohnt schöne Prozession durch die Fluren.

Im September fanden sich neben den Brunecker Kameraden und mehreren Pustertaler Fahnenabordnungen sieben Schützen aus der Georg Leimegger Kompanie am Kronplatz ein. Trotz schlechten Wetters wurde die Bergmesse in der Sebastianskapelle eine ansprechende Feier. Gestaltung und Umrahmung des Hörschwanger Erdäpfelkirchtages ist uns inzwischen eine gern übernommene Aufgabe geworden. Das Gespür des Herrn Pfarrers für die richtigen Worte am richtigen Ort, dazu die passende musikalische Umrahmung durch den Ramwalder Chor motivierte im vergangenen Jahr viele Bürger, sich in Hörschwang einzufinden. Nach dem offiziellen Teil sorgten fleißige Hände fürs leibliche Wohl. Auch die Sänger hielten die zahlreichen Besucher noch lange bei bester Laune. Bei herrlichem Wetter genoss man bis in den frühen Abend die wunderbare Aussicht.

Nächste Saison für einen Auftritt bildete die Heldengedenkfeier im Klosterwald am 21. September.

Ende des Monats lud die Georg Leimegger Kompanie zur Wallfahrt nach Heiligenblut im Lavantal. 11 Kameraden begleiteten die 25 Gäste, Senioren und Angehörige aus Onach. P. Friedrich zelebrierte in der Wallfahrtskirche eine hl. Messe und gab Einblick in die Geschichte des Ortes. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging’s über den Großglockner heimwärts. Die Initiative kann man wahrlich als gelungen bezeichnen.

Im Oktober steht im Lande das Erntedankfest an. Bei uns erhält es durch die feierliche Prozession einen besonders festlichen Charakter. Mehr als 30 Kompaniemitglieder in Tracht, darunter 8 Marketenderinnen, zeigen, dass sich die Onacher Schützen besonders für die Mitgestaltung der Feierlichkeiten im Dorf verantwortlich fühlen.

Allerheiligen war nächster Ausrücktermin. 5 Schützen in Tracht lenkten die Gedanken vielleicht auch einen Augenblick auf die in Krieg und Auseinandersetzung Verstorbenen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die gefallenen Soldaten am selben Tag am Soldatenfriedhof von Bruneck. Eine Abordnung aus unseren Reihen war auch dort vertreten.

Regelmäßiger Kontakt mit Gleichgesinnten sind wichtige Standpfeiler des Schützenwesens allgemein. So liegt es auch uns am Herzen, anderen Kompanien bei verschiedenen Veranstaltungen echte Kameradschaft und Solidarität zu bekunden. Veranstaltungen, wie die Sebastians Prozession und Heldengedenkfeier im Klosterwald in St. Lorenzen sind für uns wichtige Termine. Genauso gehören die Geldengedenkfeier am Soldatenfriedhof oder die Bergmesse am Kronplatz zu den regelmäßigen Kontakten mit anderen Kompanien. Bereits erwähnt habe ich außerdem die Andreas Hofer Feier in Meran. Seit vielen Jahren verbindet aus auch mit der Schützenkompanie St. Andrä eine besondere Freundschaft. Am 25. Mai waren viele aus dieser Runde bei deren Schützenfest und Wiedersegnung der 100jährigen Kompaniefahne dabei.

Mit dem Begriff Trochtelfingen verbinden sehr viele von uns schöne Erinnerungen und wir erfahren in ihnen immer wieder echte Kameradschaft. Da einzig Trennende, nämlich die vielen Kilometer zwischen ihrer Heimat und Onach, haben sie schon so oft überwunden - auch heute. Ende Mai statteten ihnen Ulrich Bernd und Hanspeter anlässlich Fronleichnams einen Gegenbesuch ab.

Mitte Juni scheute unser Faltn. Hermann Liensberger die Fahrt ins Val de Leder nicht, wo das Gründungsfest der 11. Kompanie des Welschtiroler Schützenbundes über die Bühne ging.

Am 22. des Monats peilten wir in ansehnlicher Kompaniestärke neben vielen Kameraden aus dem ganzen Land den geschichtsträchtigen Ort Spinges an. Anlass war das 200jährige Jubiläum der Spingiser Schlacht und zugleich Schützenfest des Bezirks Brixen.

Ende Juni starteten neun Schützen erwartungsvoll mit dem Kleinbus Richtung Feldkirch. Der Traum vom Schützenfest war allerdings in Trens schon ausgeträumt. Unverrichteter Dinge kehrte man um, gönnte sic aber die Gaudi, das frischvermählte Paar, Alfred und Monika aus den Federn zu holen.

Am 13. Juli war eine Fahnenabordnung in Montal anlässlich der Margareten Prozession im Einsatz.

Am 5. November folgten wiederum sieben Mann in Tracht der Einladung nach Sand in Taufers. Ein Bittgang zum Schlosskreuz mit anschließender Gedenkfeier gehört dort zu den traditionellen Veranstaltungen im Jahreslauf.

Schlussleicht in unserem Terminkalender bildete auch im vergangenen Jahr die Sepp Kerschbaumer Gedenkfeier in St. Pauls.

Mit Tod und Abschied wurden wir auch im Jahr 1997 öfters konfrontiert. An der Beerdigung des Ehrenhauptmanns von Steinhaus, Franz Pipperger nahmen Ulrich, Hanspeter und Hermann als Fahnenabordnung teil. Major Sepp Trebo kommandiere die nahezu vollzählig erschienenen Fahnenabordnungen aus dem Pustertal.

6. Juni. Die Bezirksfahne und elf weitere Fahnenabordnungen darunter auch Onach mit Ulrich, Emil und Hermann geleiteten den Ehrenhauptmann Johann Gasser in Pfunders zur letzten Ruhe. Der „Porscht Hansl“ war Gründer der Kompanie Pfunders und Träger der Tiroler Landesverdienstmedaille sowie des vom SSB verliehenen Verdienstabzeichens in Gold.

Anfang Juli hat unser Zugleutnant durch den Tod seiner Mutter einen besonderen Verlust erlitten. Auch dem Schützenkameraden Karl Oberparleiter erwiesen einige Schützen aus unseren reihen in Tracht die letzte Ehre. Wir alle werden die Verstorbenen in ehrender Erinnerung bewahren.

Das abgelaufene Jahr bescherte uns daneben auch zwei erfreulichere Ereignisse. Zum einen die Hochzeit unseres Schützenkameraden Alfred Gatterer mit Monika Unterpertinger. Zum zweiten erhielten Eduard Agreiter, Josef Niederkofler und Emil Rungger das Verdienstabzeichen des SSB in Bronze als Anerkennung ihrer Dienste als Schützen.

Nun kurz einige Gedanken zu Organisation und Fortbildung.

Erfahrungsaustausch, Koordination von Initiativen und Planung von Veranstaltungen stehen oftmals als Tagesordnungspunkte bei Versammlungen an. Jenen, die unsere Kompanie immer wieder bei solchen Anlässen vertreten, gebührt unser aller Anerkennung und Dank. Es sind im Laufe eines Jahres gar einige im ganzen Land verstreut. Bezirksversammlung, Bundesgeneralversammlung, Jahreshauptversammlung und manch andere mehr. Mit Sepp Trebo haben wir einen engagierten Vertreter in der Position als Bezirksmajor.

Zweifellos gehört auch die Fort- und Weiterbildung in vielen Bereichen zur Fortentwicklung einer Schützenkompanie. Dessen bewusst nahmen wir letztes Jahr einige Angebote auf diesem Gebiet wahr. Es waren dies:

Diavortrag über „Standschützen verteidigen Tirol“ von Günther Obwegs; Bildungsseminar für Jungschützen in Brixen; Diavortrag über „35 Jahre Feuernacht“ von Günther Obwegs; Hanspeter und Hermann nahmen sogar an einer Lehrfahrt nach Budapest teil; Exerzierkurs für Offiziere und Unteroffiziere in Stegen; Jungschützentreffen in Goldrain; im Rahmen von drei Marschproben feilten unsere Damen und Herren schließlich noch an der Durchführung alten K.u.K. Marschordnung.

Erhaltung und Wiederbelebung alter Traditionen und Volkskunst sind anerkannte Grundsätze der Schützen. Erwähnenswert bleibt das Engagement bei der Instandhaltung des  Prozessionsweges im Dorf.   Mit der Errichtung einer Nische im Felsen beim sogenannten „Tonik“ konnte ein seit langem verschwundenes Kleinod wiedererrichtet werden. Dank dieser Initiative blickt darum seit einiger Zeit wieder der Hl. Antonius auf die vielen Vorbeiziehenden.

Im Rückblick auf das vergangene Arbeitsjahr fehlt vor allem noch ein wichtiger Bereich, die Schießtradition! In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder dieselben Namen auf, allen voran Hermann Liensberger. An zahlreichen Turnieren nahmen sie als Einzelkämpfer oder Mannschaft erfolgreich teil. Der Rundenwettkampf des Bezirks wurde in mehreren Etappen in den Orten Pichl / Gsies, Bruneck, Prettau und Mühwald ausgetragen. Bei der anschließenden Preisverteilung in St. Lorenzen belegte unsere Mannschaft den 13. Gesamtrang. Erwähnenswert bleibt, dass Pauline Leimegger die Ehre der Damen rettete. Noch erfolgreicher waren unsere Schützen beim Lorenzner Dorfschießen. Mit einem Sieg von Hermann und eine 4. Rang für den Hauptmann Markus Leimegger kam die Mannschaft aus Onach auf Platz sieben, die Marketenderinnen belegten Platz acht.

Beim Bezirksschießen des Bezirks Brixen im Schießstand von Neustift errangen alle drei Teilnehmer (Markus Nagler, Hermann Liensberger und Bernd Winkler) das Leistungsabzeichen in Silber.

Für das Kaiserjägerschießen fand sich dieses Jahr leider nicht eine komplette Mannschaft. Beim Bezirksschießen in Sexten waren einige aus der Georg Leimegger Kompanie als Standaufsicht und als Mitkämpfer zugegen. Großer Beliebtheit erfreute sich auch das letzte Ernteschießen in St. Lorenzen.

Den Schießliebhabern ähnlich, gaben Anfang März Markus Leimegger, Markus Nagler, Christoph Castlunger, Arnold und Monika Gatterer beim Bezirksschirennen ihr Bestes.

Ich will es abschließend nicht versäumen, auch an all jene Kameraden zu erinnern, die im Verlauf des Jahres noch viele andere Aufgaben übernommen haben, welche in dieser Zusammenfassung gar nicht Erwähnung fanden. Mit so engagierten Kameraden an vorderster Front können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken

Schriftführerin

Monika Gatterer