Taetigkeitsbericht 1996

Alles und jedermann ist dem Wandel der Zeit unterworfen. Dieses Gesetz galt natürlich auch uns als Schützenkompanie. Das abgelaufene Jahr 1996 hielt für uns denn auch viele Ereignisse und gar einige Höhepunkte bereit. Besondere Anerkennung gebührt den unermüdlich einsatzbereiten Kameraden unter uns, welche die Georg Leimegger Kompanie bei den zahlreichen Veranstaltungen, oft auch weit entfernt, würdig vertreten. Ihnen verdanken wir vor allem den Ruf, eine rührige, zuverlässige Kompanie zu sein. Nun zu den Details!

Auf dem Schützenball begrüßten einige von uns das neue Jahr, zwar etwas verspätet, am 6. Januar, feuchtfröhlich.  Um bürokratische Angelegenheiten ging es bei der Bezirksversammlung in St. Lorenzen sechs Tage später. Die Führung der Onacher Kompanie fehlte nicht. In St. Lorenzen hält man den schönen Brauch, dem Hl. Sebastian eine Prozession zu widmen, wach. Besonders engagiert haben sich dabei seit jeher die Schützen. Wir schließen uns den Kameraden der Michelsburger Schützenkompanie jedes Mal gerne an, zumal einige von uns jahrelang in ihren Reihen mitmarschiert waren.

Landesweit gedenkt man im Februar der Gefallenen anlässlich des Andreas Hofer Tages. Auch in Onach haben die beiden Weltkriege einen hohen Blutzoll gefordert. Der Überzeugung und dem Feingefühl unseres Herrn Pfarrers verdanken wir jährlich neu die würdige Messe und Heldengedenkfeier. Wir freuen uns auch über die besonderen musikalischen Darbietungen der Sänger zu diesem Anlass.

Letztes Jahr standen zudem Neuwahlen an. Sie brachten eine teilweise Neuverteilung der Verantwortungen. Unser Hauptmann Alfred übergab damals die Führung der Kompanie an seinen Bruder Markus. Wir wissen, dass auch er mit viel persönlichem Einsatz die Georg Leimegger Kompanie repräsentiert.

Aufrichtige Anerkennung und Dank gebührt natürlich auch jenen, die dem Hauptmann mit Rat und noch mehr mit tatkräftiger Unterstützung zur Seite stehen.

Wie so oft vertreten uns Sepp, Linda, Hermann, Hanskarl und Eduard diesmal mit zwei Marketenderinnen bei der Jahrshauptversammlung des Pustertaler Bezirks. Es darf uns mit Stolz erfüllen, dass an jenem 24. März Josef Trebo zum Bezirksmajor gewählt wurde. Damit erfuhr er die Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz um das Schützenwesen im Lande und über die Grenzen hinaus.

Mitte April ging in Bozen die Bundesgeneralversammlung mit Neuwahlen über die Bühne. Hanskarl und Hermann erlebten die Wahl des Herrn Richard Piok zum Kommandanten des Schützenbundes.

Marketenderinnen verleihen jeder Kompanie einen besonderen Akzent. Mit 8 Damen sind wir reich bestückt. Pauline L. vertritt seit April vergangenen Jahres auch offiziell das schwache Geschlecht als Bezirksmarketenderinnenbetreuerin.

Ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geriet das Schützenwesen mit der Innerhofer Gedenkfeier und Schweigemarsch zum sogenannten Siegesdenkmal, an dem auch einige aus unserer Kompanie vertreten waren. Der Landeskommandant Richard Piok erteilte in seiner Gedenkansprache für Franz Innerhofer eine klare Absage an jedwede Form der Intoleranz. Als Zeichen der Ächtung des Faschismus marschierten die Schützen im Anschluss durch die Altstadt zum Siegesdenkmal und legten dort eine aus Stacheldraht geflochtene Dornenkrone nieder. Das Ereignis erregte natürlich die Gemüter und bewirkte auch beachtliches Medieninteresse. Auch wenn inzwischen die Stimmen verstummt sind und die Wogen sich gelegt haben, wird es als ergreifender Tag vielen in Erinnerung bleiben.

Wesentlich gemütlicher ging es beim Schützenkirchtag in Bruneck am 12. Mai zu. Eine Abordnung folgte gerne der Einladung dorthin.

Das Alpenregionstreffen hat sich im Laufe der Jahre zu einem interessanten, beeindruckenden Großereignis etabliert. Am 19. Mai ging es diesmal in Kronmetz (Mezzocorona)  über die Bühne. Als vollzählig erschienene Kompanie mit vier Marketenderinnen wurden wir den Grundsätzen, Bekenntnis zur Heimat und Solidarität mit allen Schützen, bestimmt gerecht.

Ein besonderer Meilenstein für das ganze Land waren die Jubiläumsfeierlichkeiten in Bozen „200 Jahr Herz Jesu Gelöbnis“. 28 Mann in Tracht und einige Mitbürger aus dem Dorf erlebten den Höhepunkt der über das ganze Jahr verstreuten Aktionen auch in der Peripherie. Wir empfanden es als große Ehre, bei dieser Großveranstaltung die schöne Herz- Jesu Statue aus Onach mit zutragen. Die Feier wird uns in bester Erinnerung bleiben, den vier Jungschützen bestimmt auch, zumal es einer ihrer größten Auftritte war. An dieser Stelle ergeht an jene mein Dank, welche sich besonders für sie einsetzen. Wir werden eine starke Kompanie bleiben, wenn wir die jungen Leute frühzeitig in die verschiedenen Aktionen einbinden. Die Krönung war für die Jungschützen natürlich das Zeltlager mit Freunden auf der Alm im letzten August. So was begeistert und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. In diesem Bereich sind wir bestimmt auf dem richtigen Weg.

Zu den kirchlichen Höhepunkten im Jahreskreis zählen zweifellos Fronleichnam, Patrozinium und Hoch unser Frauentag. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinen kommt an solchen Tagen besonders zum Ausdruck. Deshalb wird sie uns auch in Zukunft sehr am Herzen liegen.

In diesen Zeitraum fällt auch eine für uns wichtige Initiative des vergangenen Jahres. Als besondere Aktion zum Herz Jesu Gelöbnis haben wir ein Wetterkreuz als bleibendes Zeichen gesetzt. Die zahlreiche Teilnahme der Bevölkerung am Herz- Jesu Sonntagabend zeigt die Zustimmung und Anerkennung der Bevölkerung von Onach.

Die Georg Leimegger Kompanie ist weitum als zuverlässige und schneidige Kompanie geschätzt, wie der Hauptmann der Vintler Schützenkompanie in seinem Einladungsschreiben vor fünf Jahren geschrieben hat. Wir hatten damals die Ehrenkompanie gestellt. Voriges Jahr waren wir erneut zum 25 jährigen Jubiläum geladen.

Den September läutete die Glocke der kleinen Sebastian Kapelle am Kronplatz ein. Die Brunecker Kameraden haben uns zur Teilnahme eingeladen.

Am 8. September lud der Bezirksmajor Sepp zu einer gemütlichen Begegnung mit den Kameraden aus St. Andrä auf die Astner Alm.

Neben der Heldengedenkfeier im Klosterwald drängten sich in der ersten Septemberhälfte mehrere Besprechungen und eine Bezirksversammlung. Der Monat klang aus mit einer großen Veranstaltung in Terenten. Am 29. September wurde die 139. Kompanie des Südtiroler Schützenbundes angelobt. Unter den ca. 2000 Schützen waren auch wir vollzählig anwesend.

Bei der Erntedank Prozession hatten wir in Onach den nächsten wichtigen Auftritt. Nicht zu vergessen die tatkräftige Mithilfe einiger Schützen bzw. Marketenderinnen beim Stegener Markt Ende Oktober.

Der November stand wie gewohnt im Zeichen der Gedenkfeiern in Bruneck, in Toblach an der Naßwand und in Onach.

Das Jahr klang schließlich aus mit einer kleinen Weihnachtsfeier in St. Lorenzen und der Gedenkfeier in St. Pauls am 8. Dezember.

Ein wichtiges Kapitel mag der eine oder andere in meinem kurzen Rückblick vermisst haben. Die Tradition des Schießens. Ein Name aus dieser Runde ist damit unweigerlich verbunden. Hermann Liensberger. Als treibende Kraft in diesem Bereich motiviert er immer wieder auch andere, diese alte Tradition unserer Vorfahren wach zu halten. Ein Blick in seinen Terminkalender macht sein Engagement deutlich. 52 Mal waren er und seine Liebhaber dieser Sportart unterwegs zu den verschiedenen Veranstaltungen. Dorfschießen, Kaiserjägerschießen, Landeschießen, Nikolausschießen, Bezirksschießen, Ernteschießen, usw. reihten sich aneinander. Wir freuen uns mit ihnen über die vielen Erfolge und hoffen natürlich, dass der Name Georg Leimegger Kompanie auch in Zukunft oft in den Ranglisten zu finden sein wird.

Ich schließe den Bericht über das Jahr 1996 mit einem herzlichen Dank für die tatkräftige Mitarbeit bei der Realisierung der vielfältigen Veranstaltungen. Im Namen des Vorstandes motiviere ich euch, mit ebensoviel Überzeugung auch im Jahr 1997 die Grundsätze eines Schützen zu vertreten.

Schriftführerin

Monika Gatterer