Taetigkeitsbericht 1988 / 89

Es ist jetzt circa eineinhalb Jahre her, seit die Onacher Schützenkompanie zum ersten Mal von sich reden gemacht hat. Zu Beginn waren es einige wenige, die am Herz- Jesu Sonntag oben am Joch mit dem Gedanken gespielt haben, eine eigene Kompanie zu gründen. Josef Trebo, Hermann Liensberger, Alfred Leimegger und Hanskarl Gatterer wagten das Manöver und schlossen sich zum Gründungskomitee zusammen. Sepp stöberte in alten Photokisten nach historischen Bildern der mit dem ersten Weltkrieg aufgelösten Schützenkompanie. Es ist ihm dann auch gelungen, Photos ausfindig zu machen und die meisten damaligen Mitglieder namentlich wieder zu erkennen.

Ein schriftlicher Aufruf zur Wiedergründung der Kompanie an alle Haushalte brachte den Stein dann endgültig ins Rollen. 23 Burschen und 2 Mädchen empfanden es als Pflicht und Ehre, die Tradition der Vorfahren weiterzutragen und meldeten sich innerhalb 10. Oktober als aktive Mitglieder zur Kompanie.

Bereits vor der offiziellen Gründung Mitte Oktober, ließen wir durch einige Aktionen aufhorchen. Wir haben natürlich nicht zufällig ganz zu Beginn unseres Bestehens das Jakob Stöckl restauriert, sondern um denen den Mund zu stopfen, die meinten, eine Schützenkompanie sei zu nichts nütze. Diejenigen haben wir auf alle Fälle eines Besseren belehrt. Am 15. Oktober fand dann unser erster öffentlicher Auftritt statt. Die zahlreich erschienenen Ehrengäste und Abordnungen auswärtiger Kompanien zeigten, dass das Schützenwesen keineswegs ein Übrigbleibsel aus dunkler Vergangenheit ist, sondern auch heute seine Berechtigung hat und durchaus Interesse findet.

Am 29. Oktober 1988 hielten wir unsere erste Hauptversammlung ab. Auf dem Programm stand unter anderem die Wahl der Kommandantschaft. Das Ergebnis ist ja hinreichen bekannt.

An 1989 ist dann zum ersten Mal eine Abordnung der „Georg Leimegger“ Kompanie ausgerückt und zwar zur Beerdigung Wallnövers. Das war natürlich nur deshalb möglich, weil einige Mitglieder vorher der Michelsburger Schützenkompanie von St. Lorenzen angehört hatten und so die Tracht dieser Kompanie hatten.

Am 11. Februar stand die zweite Vollversammlung auf dem Programm. Damals ging’s um die endgültige Entscheidung über die detaillierte Ausführung der Tracht.

Diesbezüglich war am 10. Februar eine drei Mann Abordnung nach Bozen gefahren, um die geplante Tracht der Kommission vorzuführen. Wie jeder weiß, haben wir damals mit unserer Vorstellung bezüglich Hut den Kürzeren gezogen. Heute sehen wir es anders oder sind vielleicht sogar froh, dass wir eine bodenständige historische Tracht haben.

Auch die Renovierung der Notburga Kapelle in Hörschwang haben wir damals ins Auge gefasst, sowie die Errichtung einer Gedenktafel in Bronze für die zwei gefallenen Helden am Bergisel 1809.

Sepp Trebo und Hanskarl Gatterer besuchten am 16. und 17. März ein Fortbildungsseminar in St. Lorenzen.

Im Laufe des Winters hatten wir zahlreiche Angebote bezüglich Trachtenkleidung eingeholt. Ab dem 19. März ging es dann an deren Realisierung. (erster Termin beim Schneider in Mühlbach).

Es ging nun beim Einen schneller, beim Anderen weniger schnell, bis Hemd und Hose passten.

Am 15.April macht die Kompanie sozusagen ihre ersten Gehversuche. Marschprobe war angesagt, wollten wir doch tags darauf bei der Bundesgeneralversammlung in Bozen keine schlechte Figur machen. Neun aus unserer Gruppe waren mit dabei. Pünktlich um 8 Uhr nahmen wir mit rund 450 Schützen Aufstellung vor dem Waltherhaus. Unter den Klängen der Musikkapelle Bozen zogen die Abordnungen zur Pfarrkirche. Den Auftakt zur 24. Bundesgeneralversammlung bildete eine Messe. Anschließend marschierte der Zug zum Waltherhaus, wo die Versammlung mit der Wahl der Führungsspitze stattfand. In seinem Tätigkeitsbericht befasste sich der Bundesmajor Stefan Gutweniger mit der Frage des Mitgliederrückganges und der zunehmenden Veralterung des Schützenwesens. Dabei sparte er nicht mit Kritik an einzelnen Kompanieführern.

Prof. Paul Rainer hielt einen weitläufigen Bericht über das Thema: „in der Heimat Kamerad sein“

Nach Abschluss der Versammlung konnte man eine eindrucksvolle Bilddokumentation über das Kriegsgeschehen zwischen 1915 und 1918 an der Front in Fels und Eis sehen. Diese Ausstellung war für uns alle sehr beeindruckend.

Am 22. April erschienen die Mitglieder vollzählig zur zweiten Marschprobe.

Im Mai standen für uns zwei weitere wichtige Termine auf dem Programm.

Erstens der 21. d. M., Dreifaltigkeitssonntag mit der vorverlegten Fronleichnamsprozession in St. Lorenzen. 12 Mann von uns waren in Tracht dabei.

Am 28. April revanchierten sich die Lorenzner und schickten 2 Mann nach Onach zur Prozession. Daneben präsentierten sich 16 Onacher Schützen, davon 2 Marketenderinnen in Tracht zum ersten Mal dem Dorf. Erwähnt sei auch, dass an diesem Sonntag zahlreiche Kirchgänger durch kräftige Böllerschüsse aus ihrer Andacht gerissen wurden. Unsere beiden „Sprengmeister“ Paul und Norbert haben damit einen alten Brauch wieder aufleben lassen.

Neben den Fronleichnamprozessionen haben wir am 20. und 26. Mai eine weitere Marschprobe abgehalten.

Wie schon so oft verregnete es wieder einmal den Herz- Jesu Sonntag am 4. Juni. Trotzdem erschienen 15 Mann in Tracht und trugen durch ihre Präsenz zur feierlichen Umrahmung der Messfeier teil. Die Prozession ist dann aber buchstäblich ins Wasser gefallen.

Nach dem Motto „wer rastet, der rostet“ blieben die Schützen auch im Juli aktiv.

Am 15. war eine Abordnung unserer Leute in Meransen vertreten.

Am 16. Juli waren 31 Onacher zusammen mit 11 Michelsburger Kameraden mit dem Bus unterwegs zum Gesamtpustertaler Schützentreffen nach Abfaltersbach. Die Feldmesse und vor allem der gut organisierte lange Umzug durch das Dorf und an der Ehrentribüne vorbei, war nicht nur für diejenigen ein Erlebnis, die mitmarschiert sind, sondern auch für die zahlreichen Zuschauer.

Auch am Onacher Kirchtag, den 23. Juli fehlten die Schützen nicht. Erst am Abend krachte der letzte Böller.

Dank ausgezeichnetem Wetter fand die Gipfelmesse am 13. August statt. 21 Schützen und Freunde gingen bereits am Samstag auf die Astner Alm. Dort hatte Sepp zu einem gemütlichen Beisammensein geladen. In fröhlicher Runde haben wir beim Grillen über Gegenwart und Zukunft unserer Kompanie diskutiert und gefachsimpelt.

Bereits zwei Tage später war der nächste Feiertag, nämlich Hoch unser Frauentag.

Fast vollzählig beteiligte sich die Kompanie an der Prozession. Diesmal haben wir auf das Böllern verzichtet.

Am 19. August hielten wir unsere nächste Marschprobe ab, sozusagen als Generalprobe für das Landesschützenfest in Eppan am 27. August. Um 6.30 Uhr startete die fast vollzählige Kompanie (nur einer fehlte) mit dem Bus in Onach. Mit dabei war diesmal auch die Bauernkapelle. Beim langen Umzug über Asphaltstrasse und großer Hitze war jeder gefordert. Da war der Nachmittag im Festzelt bei Musik und Unterhaltung allen willkommen.

Am 3. September feierte die Sichelsburger Kompanie Pfalzen ihr 30jähriges Bestehen verbunden mit Fahnenweihe. 20 Onacher Schützen folgten der Einladung.

Am gleichen Tag fand eine kulturelle Lehrfahrt der Marketenderinnen aller Schützenbezirke Südtirols nach Aldrans in Nordtirol statt, um auch diesen Teil der Heimat besser kennen zu lernen. Leider nahm nur eine Marketenderin des Pustertales, an dieser interessanten Lehrfahrt teil.

Am 8. September haben wir uns beim Wirt noch einmal zusammengesetzt. Es ging damals unter anderem um die nächsten Ausrücktermine, die Gründungsfeier und den vom Land zugesprochenen Unterstützungsbeitrag.

Anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Marienwallfahrt Altötting luden die Bayrischen Gebirgsschützen am 10. September zum Festumzug ein. Viele aus unserer Kompanie haben sich die Zeit genommen und sind mit Privatautos nach Altötting gefahren.

Am selben Sonntag war eine vier Mann Abordnung bei Feierlichkeiten am Kronplatz vertreten.

Am 17. September war wiederum eine starke Mannschaft unterwegs. Diesmal bei der Heldengedenkfeier im Klosterwald. Die gute nachbarschaftliche Beziehung zu Montal unterstreichen wir, indem wir an deren Kirchtagsprozession am 1. Oktober (Rosarisonntag) teilnahmen.

Am 7. Oktober nahm Sepp Trebo und Hermann Liensberger an der Jahreshauptversammlung des Andreas Hofer Bundes in Parsdorf (Bayern) teil.

Eine Woche später fuhren Sepp Trebo und Hermann Liensberger nach Absam zur Schützenwallfahrt.

Zum Jahrestag unserer Gründung war die Mannschaft vollzählig in Tracht und gab dem Erntedankfest mit Prozession einen feierlichen Rahmen. Auf diesen Tag hatten wir auch unseren Phototermin für das Kompaniephoto festgesetzt.

Auch bei der Bezirksversammlung in St. Lorenzen am 28. Oktober hat eine Vertretung der Onacher Kompanie nicht gefehlt.

Zu Allerheiligen haben wir an der Heldengedenkfeier wieder das schlichte Birkenkreuz aufgestellt und im Rahmen einer Kranzniederlegung unserer Gefallenen gedacht. Außerdem nahm eine Abordnung der Schützenkompanie an der Heldenehrung am Soldatenfriedhof in Bruneck teil.

Im Dezember fand schließlich noch eine außerordentliche Bundesgeneralversammlung in Terlan statt, bei der ebenfalls Schützen unserer Kompanie vertreten waren. Zu erwähnen bleibt noch, dass wir im Frühjahr des vergangenen Jahres den Prozessionsweg hergerichtet und mit der Restaurierung der Notburgakapelle begonnen haben.

Eines der wohl wichtigsten Ereignisse im letzten Jahr, war die Gedenkfeier zum 25. Todestag unseres Freiheitskämpfers Sepp Kerschbaumer, an dem unsere Kompanie vollzählig teilnahm. Außerdem nahm eine Abordnung der Bauernkapelle an dieser Gedenkfeier teil. Zu Ehren Sepp Kerschbaumers und seiner Mitstreiter haben wir eine Gedenkmedaille prägen lassen. Die 500 Medaillen wurden dank unserer Marketenderinnen verteilt.

Heute, ein gutes Jahr nach ihrer Gründung hat die Kompanie nicht nur ihre größte Hürde genommen, nämlich die Anschaffung der Trachten, sondern kann bereits auf eine sehr rege Tätigkeit zurückblicken. Mit ihren zahlreichen Auftritten im In- und Ausland bewies sie, wie sehr es ihr am Herzen liegt Trachten und Brauchtum lebendig zu erhalten. In Anbetracht der erbrachten Leistungen kann man gewiß sagen, dass die Schützenkompanie Onach eine kulturelle Bereicherung für die ganze Gemeine ist und schon heute nicht mehr wegzudenken ist.

Schriftführerin

Monika Gatterer