Onach und Hörschwang

Zwischen (Deutsch-) Ellen und Welschellen über drei Bergrücken verstreut liegen die Höfe von Hörschwang und Onach, das letzte deutsche Dorf an der Westseite des Eingangs ins Gadertal. Anmutig lehnen sich Häuser, Wiesen und Äcker an die abschüssigen Hänge in mittlerer Höhe, da und dort vorsorglich mit Eschen und Haselstauden besetzt, um den Boden vom Abgleiten zu sichern: darunter die noch steiler abfallende Gaderschlucht, darüber ein breiter schützender Waldsaum, hinauf bis zur Bergschneide, von der das Jakobsstöckl freundlich ins Tal blickt.

In alten Urkunden tauchen verschiedene Namen für diese Gegend auf: Oneia (892), Nonaw (1260), sowie Nonach (1307), Onai (1320), Anay (1394) für Onach (erstmals 1410), sowie Hereswang (1320), Herswanch (1324), Herschwang (1545) und Hirschwang für Hörschwang.

Im Laufe des hohen Mittelalters rodeten Siedler in den sonnigen Lagen die Wildnis und gestalteten so in mühevoller Arbeit eine anmutige Kulturlandschaft. Im Pustertaler Steuerkataster von 1545 begegnen uns bereits alle größeren Höfe. Zu diesen kamen später mehr durch Teilung und Verkauf als durch Neurodung neue Höfe dazu (Flatsch, Platte, Felder, Ringelin, Bachwiese, Häusler, Neutal, Huber in Onach, Brunnhäusl und Prenjur in Hörschwang).

Onach bildete durch die Jahrhunderte ebenso wie Hörschwang eine Malgrei oder Oblai des Landgerichtes Michelsburg: In getrennten Katastralgemeinden und eigenen Fraktionswaldungen wirkt dies bis in die Gegenwart nach. Die Kuratie ist 1754 für Onach und Hörschwang gemeinsam errichtet worden. Dementsprechend ist Hörschwang 1850 mit Onach zu einer Gemeinde vereinigt worden. Im Zuge der Gemeindezusammenlegung wurde Onach dann 1928 an St. Lorenzen angegliedert.

Bis zur Errichtung einer eigenen Kuratie (22.12.1754) durch die hochherzige Stiftung von Katharina Schenk aus Brixen oblag die Seelsorge der Pfarre St. Lorenzen: Man stelle sich einmal den Weg vom Wieser in Hinteronach nach St. Lorenzen zur Christmette vor! Erstmal erwähnt wurde ein Kirchlein in Onach 1451, das 1575 auf das heutige Ausmaß erweitert wurde. Zunächst war hier nur fünfmal im Jahr eine Messe, ab 1646 hielt ein Lorenzner Kooperator jeden zweiten Sonntag Amt mit Predigt, seit 1677 ist in unserer Kirche das Allerheiligste aufbewahrt, und seitdem St. Lorenzen 1691 einen dritten Kooperator erhalten hatte, wurde auch Onach seelsorglich intensiver betreut.