Kriegsnachwehen

Der bekannte Landesverteidiger Georg Leimegger, Oberer in Hörschwang, (nach ihm ist die heutige Onacher Schützenkompanie benannt) war 1809 am Bergisel gefallen. Der Bruder Johann wurde zum bayrischen Heer zwangsrekrutiert und kehrte aus dem russischen Feldzug nicht mehr zurück. Es dauerte Jahre bis die leidgeprüfte Familie auf eine Unterstützung hoffen konnte. Im März 1816 richtete der Vormund der beiden noch kleinen Söhne von Georg Leimegger eine Bitte an das Landgericht Bruneck um eine finanzielle Unterstützung. Das Gesuch wurde vom Landrichter an das Kreisamt weitergeleitet und dann wiederum an das Gubernium in Innsbruck weitergeleitet.

Schreiben des Landrichters Joachim von Mor hat folgenden Wortlaut:

Armen Sache              No 382
Bruneck, den 13ten März 1816
An Das wohlbl.  K.K.Kreisamt zu Brk
 
Die untern 13ten dies hier eingereichte Bitte des Martin Graber Schraffl zu Runggen als Gerhaben der 2 Kinder des am 25ten May 1809 by der Affaire an der Sillbrücke nächst Wilten todt gebliebenen Georg Leimegger von Hörschwang dies Ldgrhts dato 1ten dies um Erwirken einer allergnädigsten Provision wird samt den Beilagen A. B. u. C wird hiermit vorgelegt und umso nachdrücklicher der gnädigsten Erwirkung einer Provision für die armen Pupillen empfohlen, als erwiesenermassen der gedachte Georg Leimegger aus Anhänglichkeit an das Allerdurchlauchtigste Haus Österreich als ein braver Landesverteidiger in einer wirklichen Affaire geblieben wodurch er allzu früh den 2 zurückgelassenen kleinen Kinder der Vater entrissen, und selbe dem Elende Preis gegeben wurden, weswegen sie by den bedauernswürdig Vermögensverhältnissen wirklich einer allergnädigsten Unterstützung äußerst bedörfen, und mit allem Grunde darauf Anspruch machen zu dörfen glauben. 

Quelle: Staatsarchiv Bozen Kreisamtsakten (Bündel 244 und 259)

 

Der Kreishauptmann sandte die Akten an die Landesregierung mit folgendem Schreiben der weiter:

LGht Bruneck berichtet über das Gesuch des

Martin Graber Schraffl zu Runggen als Vormund
des Georg Leimegger von Hörschwang um eine Pension für die Pupillen.
Bericht des kk KAmts Bruneck über das Provisions Gesuch des Vormunds
von den 2 Söhnen des Georg Leimegger zu Hörschwang.
Armensache                /: L.Gubernium:/

Die Anlage enthält ein vom LGhte Bruneck berichtlich eingeleitetes Gesuch des Martin Graber, als Vormund der zwey von Georg Leimegger gewesenen Gutsbesitzers zu Hörschwang hinterlassenen Söhnen Martin und Johann – Ersterer 8 ½ - u. Letzterer 6 ½ Jahre alt – um Verleihung eines Provisions Gehaltes für diesselben.

Dieses Gesuch gründet sich auf den Umstand, daß der benannte Vater d. bittstellenden Pupillen im Jahre 1809 als Korporal bei der Landsturmkompanie von Michaelsburg in einer Affaire an der Sillbrücke gegen die bair. Truppen durch einen Schuß verwundet worden und daran gestorben sey, ohne für seine Familie mehr als ein Aktivvermögen von 483f 334x hinterlassen zu haben.

Da diese beyden angeführten Umstände durch die Beylagen A u. C legal erwiesen sind und von denselben die für die Bittsteller günstige Entscheidung des Gesuchs abhängt, so glaubt das Kamt gehorsamst darauf antragen zu dürfen, daß jeder der 2 Pupillen bis zur Erreichung des Normal Alters von vierzehn Jahren, welches nach dem Taufzeugnisse lit. B Martin mit 29ten Oktbr 1821, und Johann mit 22 Oktbr 1823 erfüllet, eine tägliche Provision von etwa 2 x umsomehr bewilliget werde, als nach den bestehenden Normativen auch die verwitwete Mutter d. Pupillen auf den Fall einen Anspruch auf Provisionierung machen könnte, wenn sie sich nicht wieder verehelicht hätte.

Bruneck 17  März 1816

                                       Hohenhau