Die Pest
Die Beulenpest trat zum ersten Mal in Tirol im Jahre 1348 auf. Mit >Pest< bezeichnete man jedoch auch die Fleckfieber und Hungertyphuserkrankungen der 1361, 1371. Bei den Seuchen der Jahre 1373 bis 1374, 1431 und 1634 bis 1637 vermutet man Beulenpest. Die Erinnerung an die Pest blieb im Volke erhalten, und ihr Name wurde anderen Krankheiten gegeben. So zeichnete man noch im 19. Jahrhundert folgenden Bericht auf:

Im Jahre 1636 suchte die Pest vom Juni bis November St. Lorenzen, Sonnenburg, Pflaurenz, St. Martin, die ganze Gegend von Bruneck arg heim; nur Onach, welches die eigenen Bewohner nach außen ganz abgeschlossen und scharf bewachten, blieb verschont, obwohl das Lüsener Männlein, das übrigens aus dem >Krautwälsch< gewesen sein soll, bereits mit der Seuche behaftet nach Onach kam. Am 7. April 1834 fand man sein Gerippe, gab es in einen Sarg und stellte es die Nacht über auf dem Friedhof zu Onach aus.

Zur Pest im Jahr 1636       
Im Jahr 1636 suchte die Pest vom Juni bis November St. Lorenzen, Sonnenburg, Pflaurenz, St. Martin, die ganze Gegend von Bruneck, das Tauferer – und Ennebergerthal u.s.w. arg heim; nur Onach, welches die eigenen Bewohner nach außen ganz abschlossen und scharf bewachten, blieb verschont, obwohl das Lüsner Männlein, das übrigens aus dem „Krautwälsch“ gewesen sein soll, bereits mit der Seuche behaftet nach Onach kam. Am 7. April 1834 fand man sein Gerippe, gab es in einen Sarg und stellte es die Nacht über auf dem Friedhofe zu Onach aus. Am 8. April wurde der Todte vom Decan Mich. Mayr von Bruneck unter Assistenz des Ortscuraten und des Curaten Diminicus Kortleitner von Wälschellen im Beisein des Landgerichtsadjuncten Neulichedl von Bruneck, die zur Schulvisitation anwesend waren, feierlich eingesegnet und dann ebendaselbst beerdigt. Am 11. April wurde ihm nach völlig 200 Jahren ein feierlicher Seelengottesdienst gehalten.

(Fundgrube v. Onach,  Mser. S. 110  f.)

 

Das Todtengerippe auf dem Kirchboden         

Als in Lüsen der schwarze Tod hereingebrochen war und die Leute wie die Fliegen dahinstarben, lief ein altes Männlein, das die Pest auch schon beim Kragen hatte, über den Berg und kam nach Onach, denn er vermeinte dem Tode noch zu entrinnen. Als aber die Onacher erkannten, daß er die Pest schon am Leibe trage, wollten sie in im Dorfe nicht dulden, sondern machten Jagd auf das Männlein, um es hinauszutreiben. Das Männlein aber verkroch sich auf das Gewölbe der St. Jakobskirche daselbst und kam nimmer zum Vorschein. Denn in seinem Verstecke starb es an der Pest. Zweihundert Jahre darnach entdeckte man zufällig in einer Höhlung des Kirchengewölbes das Todtengerippe dieses Männleins und begrub es feierlich.

Aus der „Fundgrube“ von Onach